„Tiere sind die besten Freunde. Sie stellen keine Fragen und kritisieren nicht.“- Mark Twain

Ein Gespräch mit Herrn Steffen Horn, stellvertretender Leiter des Tierparks Gera.

aboutGera: Erzähl uns doch zuerst von den Anfängen und wie du zum Tierpark gekommen bist?

Steffen: Ich bin seit September 1998 hier. Damals hatte ich im Tierpark meine Ausbildung begonnen und ich bin von Anfang an in allen drei Bereichen tätig gewesen, die wir hier im Tierpark haben. Im Jahr 2006 habe ich mich weiterqualifiziert zum Ausbilder und habe den Immobilisationslehrgang gemacht, sodass ich schießen und narkotisieren darf. Seit 01. Januar 2007 bin ich in der Verwaltung als Obertierpfleger und seit 2012 darf ich mich Tierinspektor nennen.

aboutGera: Worauf freust du dich am meisten, wenn du morgens auf Arbeit kommst?

Steffen: Wir haben vermutlich den schönsten Arbeitsplatz in der ganzen Stadt Gera. Des Weiteren weiß man nie, wie der Tag endet. Mir gefällt einfach die Vielseitigkeit. Auch wenn ich zu ca. 90% in der Verwaltung verbringe, passiert immer etwas Unverhofftes und die Zeit vergeht wie im Flug. Manchmal gibt es Wochen, in denen es total drunter und drüber geht, aber dann kommen auch wieder ruhigere Zeiten. Tierausbrüche bringen beispielsweise auch ganze Tagespläne durcheinander, da niemand damit rechnet. Der letzte Ausbruch war ein Damhirsch. Letztes Jahr November haben wir einen Anruf erhalten, dass eines unserer Tiere ausgerissen wäre. Das sorgt natürlich für jede Menge Aufregung.

aboutGera: Nun zu dir. Wann hast du die Tierliebe entwickelt, die dich zu deinem heutigen Beruf geführt hat?

Steffen: Eigentlich in meiner Kindheit. Ich bin auf dem Dorf mit Tieren aufgewachsen, sodass das nahe lag.

aboutGera: Kannst du uns von einem einschneidendem Ereignis aus dem Tierpark erzählen?

Steffen: Im April 2018 wurde hier im Tierpark unser kleines Trampeltier geboren. Die Stute haben wir aus Erfurt bekommen, da sie dort bereits zwei Fohlen geboren hatte und bei uns sozusagen ihr Oma-Dasein leben sollte. Irgendwann wurde festgestellt, dass sie aber wahrscheinlich wieder trächtig ist. Das Resultat war dann unser Gersches Trampeltier.

aboutGera: Kannst du ungefähr sagen, wieviel Futter für die Tiere benötigt wird?

Steffen: Das ist sehr schwer zu sagen. Drei Mal wöchentlich bekommen wir Obst und Gemüse von Globus und einmal wöchentlich Gurken von der Lebenshilfe. Wir müssen dafür garantieren, dass Heu, Stroh, Grünfutter, Kraftfutter und Fraaßholz in ausreichenden Mengen zur Verfügung steht . Ich schätze mal, dass wir ca. 35.000 Euro benötigen pro Jahr. Diese Kosten variieren jedoch.

aboutGera: Wie sieht’s mit den Besucherzahlen seit Corona aus?

Steffen: Mit der Wiedereröffnung haben wir viele Leute dazugewonnen, die sich eine Jahreskarte gekauft haben. Das gute Wetter und die Schließungen der Schulen und Kindergärten haben ebenfalls viele Besucher zu uns geführt. Nach den Sommerferien ist der Trouble jedoch leicht zurückgegangen. Am 31. Oktober ist die Halloween-Party vom Vogtlandradio geplant, bei der wir auch zahlreiche Tierparkgänger erwarten.

aboutGera: Wie schätzt du die Entwicklung der Stadt ein?

Steffen: Ich denke, dass Gera auf einem guten Weg ist. Ich sehe es im Personalbereich, da auch Fortbildungsmaßnahmen angeboten werden. Auch finde ich, dass alles ruhiger geworden ist- im positiven Sinne. Im Sommer gehe ich auch gern mal hoch ins Schloss, das ist ein empfehlenswerter Ort an warmen Tagen. Meines Erachtens nach wird auch nicht mehr so viel gemeckert in der Stadt

aboutGera: Danke dir!