Wir haben die Inhaberin Ramona Metz und ihren Freund Thomas Uecker interviewt und ehrliche Einblicke in das Geraer Gastronomenleben erhalten.

Viel Spaß beim Lesen!

aboutGera: Zu allererst interessiert uns, wo ihr herkommt und wie ihr zu dem Cafe Mittendrin gekommen seid?

Café Mittendrin: Ich bin hier geboren, also eine echte Gersche Fettgusche und mich hat man nicht von hier weggekriegt. Das ist jetzt auch meine dritte Gastronomie in Gera. Ich habe bereits in zwei Restaurants zuvor gearbeitet, aber letztlich dachte ich mir, dass ich es mal mit einem Café probieren sollte. Im September 2012, also vor acht Jahren haben wir dann hier eröffnet.

aboutGera: Gott sei Dank, wir sind große Fans eures Frühstückangebots. Welche kulinarischen Inspirationen habt ihr für eure Speisen genossen?

Café Mittendrin: Ich reise sehr gern. Ich liebe es, frühstücken zu gehen. Ich bin Köchin und habe durch die Arbeit in den Restaurants sehr viel mitgenommen. Man schaut sich auch gern in größeren Städten, wie z.B. Berlin oder Hamburg um und passt die Speisen einfach an Gera an. Es darf nicht zu ausgefallen sein, aber man möchte sich schon etwas abheben. Ich würde auch gern noch etwas extravaganter werden, aber das müssen wir uns gut überlegen.

aboutGera: Wir wären dafür Wie ist euer Eindruck von Gera?

Café Mittendrin: Ich bin hier geboren und aufgewachsen. Ich kenne diese Stadt. Gastronomisch gesehen wird es schwerer, weil sich die Ansprüche der Leute geändert haben. Die ganzen Bewertungsportale machen es auch vielen schwer, da der Konkurrenzkampf durch die ständige Meinungsäußerung steigt. Ich wollte ein entschleunigtes Café haben, das hauptsächlich auf Leute aus meiner Generation ausgelegt ist. Manche haben schon schlechte Bewertungen hinterlassen, da sie beispielsweise keinen Platz bekommen haben oder unser Café nicht ihrem Stil entsprach. Diese Portale bieten dann genügend Angriffsfläche für negative Kommentare von anonymen Nutzern. Auf solche Kommentare hat man als Betreiber recht wenig Einfuss. Früher gab es das nicht. Toll finde ich es jedoch, wenn Gäste mir z.B. persönlich schreiben und Anregungen geben, was man verbessern könnte, da ich ja meist in der Küche stehe und Vieles nicht mitbekomme.

aboutGera: Im Internet gibt es leider viele Menschen, die aufgrund von Anonymität ihrer Unzufriedenheit freien Lauf lassen.,

Habt ihr einen konkreten Vorschlag, was man in Gera ändern könnte?

Café Mittendrin: Ich hätte gern meine Sorge zurück. Wenn man die Straße wieder etwas beleben würde, hätten alle etwas davon. Früher konnte man dort shoppen, mal ein Eis essen und in den Park gehen und das fand ich besonders in meiner Kindheit immer sehr schön. Wir haben eine wahnsinnig schöne Stadt, vor allem was unsere Architektur betrifft. Wir haben schöne Ecken hier, aber man verliert einfach den Blick für viele Sachen. Die Innenstadt könnte auch noch etwas grüner werden. Wir brauchen ein paar Oasen und Plätze, an denen die Leute auch verweilen und gehalten werden. Am bedauerlichsten finde ich teilweise den Zschochernplatz, da müsste auch viel mehr passieren. Des Weiteren braucht die Stadt mehr Optimismus, denn es gibt viele Menschen, die was bewegen wollen, nur der Zuspruch und Mut fehlt manchmal.

aboutGera: Was könntet Ihr empfehlen, wenn jemand Gera besuchen möchte und nach guten Restaurants oder Cafés Ausschau hält?

Café Mittendrin: Wenn man schick essen gehen möchte, ist die Küche im Keller sehr empfehlenswert. Bei einem besonderen Anlass ist das wunderbar. Das Metropol ist auch ein toller Ort, genauso wie das Mahlwerk. Der Teeladen „tête à tête“ ist auch wunderschön, da schaue ich auch gern ab und zu vorbei. Dort bekommt man viele regionale Produkte. Wenn wir aber beispielsweise mal Lust auf Klöße haben, besuchen wir gern den Jagdhof in Gera.

aboutGera: Vielen Dank für Eure Zeit!